Mittwoch, 2. Dezember 2009

Klage oder Nicht-Klage

Heute wurde ich von einem Mandanten gefragt, ob es Sinn machen würde, gegen üble Beleidigungen und Bedrohungen im Internet vorzugehen.
Mit der typischen Juristenantwort :" Es kommt darauf an..!" war er zunächst nicht zufrieden, wohl aber als ich ihm den Hintergrund meiner Antwort erläuterte.
Es kommt darauf an, ob der Gegner durch eine einstweilige Verfügung oder ein Urteil beeindruckt wird ( wie jeder rechtschaffene Mensch) oder nicht. Man kann ja vor der gerichtlichen Entscheidung anderer Meinung sein, sollte sich danach daran halten. Nun gibt es in der Internetgemeinde manch Irren, der sich um Gerichte und Urteile, um Gesetze und Verordnungen usw.. einen Dreck scheren und munter weiter machen. Für solche "Mitmenschen" gibt es andere staatliche Sanktionen, die dauern länger bis sie Wirkung zeigen, aber sie sind nachhaltiger. Manch Internetblogger fand sich plötzlich zur Untersuchung ihres Geisteszustands in Haina oder anderen Orts wieder und wurden dann ganz ruhig und zufrieden. Besonders Verschwörungstheoretiker finden dort eine Neue Heimat, die sie liebevoll aufnimmt.

Kommentare:

  1. Es lohnt in solchen Fällen, dem tiefsitzenden Grund für ausuferende Beleidigungen auf die Spur zu kommen:

    Ein lautstark bellender Hund beißt zunächst nicht - aber er will Aufmerksamkeit. Erhält er die gewünschte Aufmerksamkeit nicht, erhöht er die Dosis und wehklagt nur noch lauter.

    Es ist mitunter jedoch schwierig, einer zerfurchten Seele jene Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, nach der es dieser tatsächlich verlangt.

    Gerade Menschen, die in ständiger Trennung von ihrer leiblichen Familie leben, haben ein erhöhtes Bedürfnis nach Zuneigung. Sind die engsten Verwandten bereits vergrault bzw. nicht greifbar, wird die Suche nach Zuneigung auf andere Personen ausgeweitet.

    So manch einen führt diese Suche ins Rotlichtmilieu, doch ohne Sponsor oder Spenden, muss dieses Unterfangen alsbald abgebrochen werden.

    Was bleibt, sind - so absurd es klingt - die engsten Feinde. Nach Herzenslust werden diese Feinde sodann mit Geburtstagswünschen, offenen Liebesbriefen und Telefonflirts beglückt. Die Kernaussage wird zwar hinter unflätigen Kraftausdrücken versteckt, bleibt aber weiterhin unmissverständlich klar:

    Ich denke an dich, weil ich ohne dich nicht sein kann. Bitte sag' mir, dass es dir genauso geht.

    Die traurige Wahrheit ist nun die, dass die solcherart "Angebeteten" sich eher als Stalkingopfer denn als heimliche Flamme empfinden, und entsprechend schroffe Abweisung an den Tag legen.

    Was für das Stalkingopfer ein nachvollziehbarer Selbstschutz-Mechanismus ist, stellt für die gequälte Seele, die süchtig nach Zuneigung ist, einen Dolchstoß dar.

    Mit der Hand an der Flasche stürtzen sich diese Naturen infolgedessen immer weiter in den Strudel ihrer Sucht - bis sie jäh von der Realität eingeholt werden. Um dann auch nur annähernd resozialisiert zu werden, bedarf es dann in der Tat eines staatlich überwachten Heilungsprozesses.

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  2. Die Heilung einer derartigen querulatorischen Persönlichkeitsstörung, als eine Sonderform der paranoiden Persönlichkeitsstörung, ist sehr schwierig, da Betroffene oft nicht aus eigenem Antrieb einen Arzt aufsuchen und ihnen ihr eigener Zustand nicht bewusst wird.

    Es bedarf schon eines gewissen sozialen Druckes durch Angehörige, Freunde oder Verwandte, notfalls durch Zwangseinweisung einer Behörde, um einen derartig Erkrankten einer komplexen Psycho- und Soziotherapie zu unterziehen.

    Eine Heilung ist wohl trotzdem kaum zu erreichen, anzustreben ist vielmehr die Verbesserung des sozialen Umfeldes, um das in der Therapie Erlernte dort anzuwenden.

    Körperliche Arbeit in einem sozial gefestigten Umfeld kann sehr therapieunterstützend sein.

    Aber sind wir doch mal ehrlich, wer möchte schon dauerhaft mit einem Querulanten zusammenarbeiten und welcher Unternehmer stellt freiwillig einen "notorischen Meckerer und Besserwisser" ein?
    Es bleibt wohl wirklich nur der "staatlich überwachte Heilungsprozess" in einer "Neuen Heimat".

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  3. Ich frage mich, ob der Stimmenakrobat seine ausgebreiteten Anträge und/oder Widersprüche wirklich 1:1 so verschickt oder ob er nochmal einen Sachkundigen querlesen lässt. Ich meine hierbei keinesfalls Schreibfehlerchen, die gehören ja mittlerweile fast schon zum guten Ton!

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  4. Nun wird für mich offenbar, dass hinter dem Blog "about fastix" politische Absichten stecken. Ob der Verfasser dieser Pamphlete geistig zurechnungsfähig ist, kann wohl nur ein Amtsarzt feststellen. Es könnte auch sein, dass dieses "manische Wirrsein" Kalkül ist.

    Jedenfalls wird dieser Blog und sein Betreiber, unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes, als Vehikel benutzt.

    Schwierig wird es für diese Menschen, die dort als Zielscheibe dienen müssen.

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  5. Fastix schrieb am 3.12.09. in seinem Blog:
    "Alexander Kleinjung wird die Berufung auch verlieren. Danach hat er ein richtiges Problem."

    Das verstehe ich nicht ganz! Ich war immer der Meinung, dass in dieser Sache noch gar nicht verhandelt wurde.
    Bei der Berufng ging es doch nur um die Zuständigkeit des Gerichts.Oder sehe ich das falsch?

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  6. Nein , Nick, das sehen Sie völlig richtig.

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